Services von bonnorange nutzen und zur Entlastung des Treibhauseffekts beitragen

Der natürliche Treibhauseffekt ermöglicht unser Leben auf diesem Planeten. Treibhausgase nehmen einen Teil der Wärmestrahlung, die sonst von der Erde ins Weltall entweichen würde, auf und heizen somit unsere Atmosphäre auf. Ein natürliches Treibhausgas ist zum Beispiel Wasserdampf. Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt läge die Temperatur der Erdoberfläche im globalen Mittel bei −18 °C. Die Erde wäre völlig vereist und auf ihr ein Leben wie wir es kennen nicht möglich.

Durch die industrielle Entwicklung (Die Konzentration von CO2 stieg seit Beginn der Industrialisierung um 44 % auf rund 410 ppm (Umweltbundesamt, Stand 2019), den höchsten Wert seit mindestens 800.000 Jahren steigt die Konzentration verschiedener Treibhausgase. Insbesondere Kohlenstoffdioxid (CO2) führt zur globalen Erwärmung. Deswegen hat der CO2-Fußabdruck in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Neben Kohlenstoffdioxid werden darin oft auch andere Treibhausgase (THG), meist in Tonnen CO2-Äquivalent (kurz t CO2-eq) eingerechnet. So lässt sich die Belastungen des Klimas durch den Menschen ermitteln und verschiedene Treibhausgase zusammen erheben. Noch einen Schritt weiter geht die Ökobilanzmethode.

Ökobilanzmethode zeigt Entlastung auf

In einer Ökobilanz werden die Umweltwirkungen von Produkten, Verfahren oder Dienstleistungen entlang des gesamten Lebenswegs analysiert. Nach dieser Methode hat bonnorange die THG-Matrix entwickelt, die dabei hilft, gezieltere Klimaschutz-Maßnahmen im Bereich der Abfallwirtschaft zu ergreifen und die angestrebten Klimaziele (Klimaneutralität in Bonn bis 2035) zu erreichen. Dafür wurden verschiedene Abfallsorten, die in Bonn anfallen, hinsichtlich der Sammelsysteme, Transportwege, Abfallmengen, Verwertungswege und Abfallbehandlungsanlagen betrachtet. Das beginnt bei der Entstehung des Abfalls in den Haushalten und endet mit der Beseitigung („cradle to grave“; engl. „von der Wiege zur Bahre“) oder Bereitstellung von Produkten („cradle to cradle“; engl. „von der Wiege zur Wiege“). Gegengerechnet werden dann die Treibhausgas-Emissionen, die zur Herstellung der Produkte in anderen Sektoren bzw. den Einsatz von Rohstoffen anstelle von Sekundärrohstoffen entstanden wären. Also wenn zum Beispiel Kunstdünger anstelle des Komposts aus Bioabfällen produziert wird oder Energie entsprechend dem deutschen Energiemix auch mit fossilen Brennstoffen erzeugt werden müsste, anstatt sie durch die thermische Verwertung zu gewinnen.

Die Erkenntnisse aus der Erstellung der THG-Matrix als Entscheidungsinstrument für bonnorange können aber auch allen Bonner*innen dabei helfen, ihren CO2-Fußabdruck zu verkleinern.

Holsysteme tragen zum Klimaschutz bei

Wenn Abfälle abgeholt werden, wie es bonnorange zum Beispiel durch die Leerung der Tonnen oder die Sammlung des Sperrmülls tut, dann spricht man von einem Holsystem, denn bonnorange holt die Abfälle bei den Bonner*innen ab. Das Holsystem verursacht im Gegensatz zum Bringsystem weniger Emissionen: Im Wesentlichen wurde festgestellt, dass die Entlastung höher ist, wenn Abfälle abgeholt werden, anstatt dass sie mit einem Auto zur Entsorgung angeliefert werden.

Restabfall

Der Beistellsack von bonnorange sollte verwendet werden, um Mehrmengen bequem mit der regulären Restabfallsammlung abholen zu lassen, statt die Abfälle selber am Wertstoffhof anzuliefern. Durch die thermische Verwertung in der MVA wird aus dem Abfall Energie gewonnen, die zur Strom- und Fernwärmeversorgung in Bonn beiträgt. Dadurch können fossile Energieträger eingespart werden.

Bioabfall

Bioabfall getrennt zu sammeln und dann stofflich zu verwerten, trägt aktiv zum Klimaschutz bei. Die kostenlose Biotonne reduziert die Emissionen, da es sich um ein Holsystem handelt. Zudem handelt es sich bei der stofflichen Verwertung um eine höherwertige Behandlung, da aus den organischen Abfällen wertvoller Kompost wird. Deswegen ist es aber auch sehr wichtig, keine verpackten Lebensmittel in die Biotonne zu werfen und auch keine angeblich abbaubaren Kunststoffsäcke zu verwenden.

Neben dieser professionellen Kompostierung gibt es in Bonn auch die Möglichkeit zur Eigenkompostierung auf dem eigenen Grundstück. Hier unterschätzen allerdings viele den hohen Arbeitsaufwand, der damit verbunden ist. Unsere ehrenamtlichen Kompostberater*innen erklären zwar auf Anfrage von Gartenbesitzer*innen gerne, wie ein wünschenswerter Kreislauf der Pflanzennährstoffe entsteht, doch das Eigenkompostieren kann auch zu höheren THG-Emissionen führen.

Papier, Pappe und Kartonage

Auch mit der Nutzung der kostenlosen Papiertonne kann jede*r Bonner*in den eigenen CO2-Fußabdruck verringern, wenn dafür die Fahrten zu den Altpapiercontainern oder den Wertstoffhöfen vermieden werden. Ein positiver sozialer Nebeneffekt wäre dabei die Umstellung von der belastenden Bündelsammlung auf eine 100-prozentige Nutzung der Blaue Tonne. Denn die Bündel müssen per Hand von unseren Mitarbeiter*innen hochgehoben und mit Dreh- und Wurfbewegungen in das Fahrzeug geladen werden. Ein ziemlicher Kraftakt bei rund 60.000 an die Abfallentsorgung angeschlossenen Grundstücken in Bonn, der zu einer hohen Arbeitsbelastung führt.

Sperrmüll

Durch die Abholung des Sperrmülls ergibt sich durch die energetische Nutzung eine Emissionsentlastung. Zusätzliche Entlastungspotenziale würden sich aus der Gewinnung wiederverwendbarer Bestandteile ergeben. Eine Steigerung der Wieder- und Weiterverwendungsquote führt zu einem geringeren Sperrmüllaufkommen bzw. weniger Fahrten pro Sammlung. Demzufolge ist hier jede*r gefragt, sich hinsichtlich der Wieder- und Weiterverwendung zu informieren. Ein wichtiger Baustein ist dabei die Aufklärung und Beratung der Bonner*innen durch bonnorange zum Beispiel mit Beiträgen auf bonnorange.de und in der bonnorange-App.

Verpackungen

Im Rahmen der dualen Systeme erfolgt die Sammlung von Verkaufsverpackungen in Bonn derzeit durch die Firma Remondis. Die getrennte Erfassung und das Recycling sind mit deutlichen Nettoentlastungen verbunden. Wichtig für diesen Beitrag ist es, dass Verpackungen korrekt getrennt dem Recycling zugeführt und nicht über die Restmülltonne entsorgt werden.

Altglas & Altmetall

Im Ergebnis zeigt sich für getrennt erfasste und recycelte Glasabfälle und Altmetall im Bringsystem eine deutliche Emissionsentlastung. Die sehr hohe Gutschrift an eingesparten Treibhausgas-Emissionen ist auf die Wiederverwertung für getrennt erfasstes und recyceltes Metall zurückzuführen. An einer Steigerung arbeitet bonnorange unter anderem durch die Optimierung der Sammlung und Verwertung von wirtschaftsstrategischen Rohstoffen (critical raw materials) mit der Roten Tonne, der kostenlosen Abholung von Elektrogroßgeräten und der Entgegennahme an unseren Wertstoffhöfen. Auch viele (Online-)Händler bieten Rücknahmesysteme für Elektroaltgeräte an.

Was bedeutet das für den Alltag?

Im Ergebnis beträgt die Entlastung durch die Abfallwirtschaft in Bonn - von der Sammlung der Abfälle im Hol- und Bringsystem, die Verwertung, zum Beispiel durch die Rheinischen-Entsorgungs-Kooperation (REK), bis zum Sekundärprodukt - insgesamt 45.343 Tonnen CO2-Äquivalente. Umgerechnet auf jede*r Bürger*in trägt also jede Person durch die Nutzung der abfallwirtschaftlichen Leistungen in Bonn zu einer Entlastung um 136 Kilogramm bei. Doch hier gibt es noch Potenzial, das gehoben werden muss. Während bonnorange die Ergebnisse einsetzt, um die Klimarelevanz der eigenen Produkte zu bewerten und zu optimieren – zum Beispiel zu berücksichtigen, dass die Vergärung von Bioabfällen eine bessere Bilanz hätte – muss die Abfalltrennung in den Haushalten verbessert werden. In der Restabfalltonne landet noch zu viel Müll, der dort nicht hineingehört. Um dies zu vermeiden, wäre es ein Anfang, wenn jeder Haushalt in Bonn gemäß der Abfallhierarchie auf Qualität und Bedarf achten würde, um Abfälle zu vermeiden, vor der Entsorgung die Möglichkeit zur Wiederverwendung zu bedenken und schließlich dem gezielten Recycling zuzuführen, indem zum Beispiel die kostenlose Bio- und Papier-Tonne genutzt werden würde.