Stellungnahme zu Sperrmüll auf Abruf: Die Abholung von Sperrmüll auf Bestellung ist nachhaltiger

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Seit dem 01.01.2018 wird in Bonn das Pilotprojekt Sperrmüll auf Abruf durchgeführt. Die bonnorange AöR schlägt dem Verwaltungsrat und anschließend dem Rat der Stadt Bonn in einer Beschlussvorlage die Ausweitung auf das gesamte Stadtgebiet ab dem 01.01.2021 vor.

Seit dem 01.01.2018 wird in Bonn das Pilotprojekt Sperrmüll auf Abruf durchgeführt. Die bonnorange AöR schlägt dem Verwaltungsrat und anschließend dem Rat der Stadt Bonn in einer Beschlussvorlage die Ausweitung auf das gesamte Stadtgebiet ab dem 01.01.2021 vor.

Höhere Ersparnis dank Abfallvermeidung

Der Anteil der Sperrmüllmenge in den Pilotbezirken an der Gesamtsperrmüllmenge betrug im Schnitt der letzten 3 Jahre vor der Umstellung 21,7 Prozent und ist im Jahr 2018 auf 17,2 Prozent zurückgegangen. Dies bedeutete Minderkosten für die Verwertung und Entsorgung von rund 60.000 Euro. Zugleich stieg der Personalaufwand aufgrund der intensiveren Beratungstätigkeit, sodass derzeit von rund 85.500 Euro höheren Kosten für das Projekt Sperrmüll auf Abruf auszugehen ist. Diese Kosten lassen sich nicht durch die bisher eingesparten Kosten für das spätere Abfahren der nicht zum Sperrmüll gehörenden Gegenstände decken. Aufgrund der Erfahrungen aus anderen Städten war damit zu rechnen, dass jegliche Systemumstellung vorläufig zu Mehrkosten im administrativen Bereich führt. Wenn die Bürger*innen den Service des Sperrmülls auf Abruf öfter in Anspruch genommen haben, wird sich der Beratungsaufwand voraussichtlich reduzieren. Durch jede Systemänderung entsteht zunächst ein höherer Aufwand, der Kosten verursacht. Wir rechnen nicht mit weiteren Personalkosten bei der Ausweitung des Systems Sperrmüll auf Abruf auf das gesamte Stadtgebiet. Durch die Kostenersparnis bei der Verwertung und Entsorgung in den anderen Stadtbezirken geht die bonnorange AöR zum jetzigen Zeitpunkt insgesamt von einer Ersparnis im Vergleich zum alten System aus.

Sauberes Stadtbild durch Sperrmüll auf Abruf

Die bonnorange AöR versteht sich in aller erster Linie als Dienstleister für alle Bonner*innen. Wir passen uns den Wünschen der Bürger*innen an, entwickeln dafür neue Lösungen und überprüfen diese auch. Einer dieser Wünsche war, dass nach der Sperrmüllabfuhr ein wesentlich saubereres Umfeld vorzufinden sein soll. Dies wurde uns durch die breite Zustimmung in der Kundenbefragung zu dem neuen System bestätigt. Die durch die im Zuge der Anmeldung geleistete Beratung vor der Abholung konnte die Menge von nicht zum Sperrmüll gehörender Gegenstände, wie zum Beispiel Fernseher oder Farbtöpfe, reduzieren. Zudem werden "Sperrmüll-Tourismus" und "Sperrmüll-Fledderei" unterbunden, die ebenfalls Einfluss auf das Stadtbild haben und regelmäßig eine Verkehrsgefährdung darstellen.

Der Abfall landet sonst in unzertifizierten abfallwirtschaftliche Strukturen

Die Vorstellung, dass nur feste Abfuhrterminen zu einer Weiterverwendung führen, erscheint der bonnorange AöR hingegen überholt. Nicht selten sind es die Witterungsverhältnisse, die herausgestellte, wiederverwendbare Gegenstände beschädigen oder zerstören. Abfallvermeidung und Wiederverwendung sind uns ein wichtiges Anliegen, um unseren Beitrag für eine ökologischere Welt zu leisten. Die von der EU geförderte Studie "TransWaste" zeigt, dass tatsächlich ein nicht unwesentlicher Teil des Sperrmülls ins Ausland verbracht wird. "So landen unsere Abfälle in Ländern, in denen oft weniger entwickelte abfallwirtschaftliche Strukturen vorzufinden sind.", erklärt die Vorständin der bonnorange AöR Kornelia Hülter und ergänzt: "Dort ist nicht gewährleistet, dass die Gegenstände oder Teile davon sachgemäß entsorgt werden."

Re-Use wird heute über digitale Plattformen organisiert

Eine Vielzahl von Apps ermöglicht heute die Weitergabe von Dingen, die sonst auf dem Sperrmüll gelandet wären. Tauschbörsen, digitale Kleinanzeigen und Facebook-Gruppen erfreuen sich großer Beliebtheit, getragen von der nachhaltigen Absicht. Sie können das Niveau der Weiterverwendung steigern. Diese Entwicklung war bei der Einführung des Systems zur Sperrmüllabfuhr an festen Terminen noch nicht absehbar. Die bonnorange AöR versucht mit einer eigenen Tauschbörse einen Beitrag zur Weiterverwendung zu leisten - und hat hierbei klaren Nachholbedarf identifiziert. Die Kundenbefragung förderte zu Tage, dass die Frage nach der in Bonn vorhandenen Tauschbörse für Gebrauchtgegenstände von bonnorange im gesamten Stadtgebiet von 75 Prozent der Befragten mit "kenne ich nicht" beantwortet wird.

bonnorange reagiert mit neuem Service bedarfsgerecht

Neben der Adaption neuer technischer Möglichkeiten will die bonnorange AöR mit dem Sperrmüll auf Abruf auch dem demographischen Wandel Rechnung tragen. In den Pilotbezirken wird den Teilnehmern ein kostenpflichtiger Entrümplungsdienst bzw. ein kostenpflichtiger Trageservice angeboten. Diese Leistung wird für das Pilotgebiet für 2020, sowie für das gesamte Stadtgebiet ab 2021 extern vergeben und soll es insbesondere älteren, schwächeren und alleinstehenden Menschen ermöglichen, Sperrmüll bedarfsgerecht zu entsorgen. Derzeit führt den Service eine caritative Firma eines gemeinnützigen Trägers durch, um noch Wiederverwendbares zu identifizieren und hat so zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen.

Das System Sperrmüll auf Abruf

Jeder Haushalt kann bei Bedarf Sperrmüll anmelden. Innerhalb von höchstens 14 Tagen erhält er einen Termin. So oft er benötigt und entgeltfrei. Die Kosten sind über die Abfallgebühr gedeckt, sodass keine zusätzlichen Kosten für den Bürger entstehen. Zum Sperrmüll gehören Gegenstände, die für die Restmülltonne zu groß sind. Sie dürfen aber nicht länger als zwei Meter und nicht schwerer als 70 kg sein. Nicht zum Sperrmüll gehören die "weiße Ware" und E-Schrott, der separat von bonnorange abgeholt wird. In der Sortieranlage der RSAG in Troisdorf werden Metalle und noch verwertbare Hölzer aus dem Sperrmüll heraussortiert, der Rest wird dann in der MVA Bonn einer thermischen Verwertung zugeführt.