Krise am Markt der Alttextilien

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Abzug von Alltextilcontainern in Bonn

Der Stress am Markt der Alttextilien führt deutschlandweit dazu, dass vermehrt Sammelcontainer abgezogen werden – in Bonn in den letzten Monaten bereits über 160 Stück. Die bonnorange AöR hält ihre Alttextilsammlung aufrecht und appelliert an die Bonner Bürger*innen, keine Altkleider und -schuhe neben Containern abzuladen oder an aufgelösten Containerstandorten zu hinterlassen.

Während in den vergangenen Jahren hohe Erlöse mit der Verwertung von Alttextilien erzielt werden konnten, befindet sich die Alttextilbranche derzeit in einer Krise. Aufgrund schlechter Sammelqualitäten durch Fast-Fashion-Mode, gestiegener Energie- und Transportkosten und eines internationalen Marktes, der von Massenware überschwemmt ist, sind die erzielbaren Marktpreise deutlich gesunken, weswegen insbesondere gewerbliche Sammlungen durch den Abzug von Containern reduziert oder ganz eingestellt werden. Derzeit kommt es leider auch dazu, dass Alttextilcontainer von Dritten nicht mehr geleert werden. Auf überfüllte Container können die Bonner*innen bequem über den Mängelmelder der Bundesstadt Bonn (anliegen.bonn.de) hinweisen, der auch in die Abfallplaner-App von bonnorange integriert ist.

Die bonnorange AöR bittet alle Bürger*innen, ihre Altkleider und -schuhe keinesfalls neben Containern abzuladen oder an aufgelösten Containerstandorten zu hinterlassen – hierbei handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Im Stadtgebiet stehen insgesamt 103 Alttextilcontainer von bonnorange an 96 Standorten, ihre Standorte können auf dem Stadtplan unter www.bonnorange.de/standorte eingesehen werden. Hinterlegt sind dort auch die Standorte der Sammelcontainer für Alttextilien der AWO.

Seit 2014 sammelt die bonnorange AöR über eigene Container Alttextilien und führt diese einer Verwertung zu – 2024 waren das 320 Tonnen. Dabei verfolgt bonnorange die Abfallhierarchie gemäß dem Kreislaufwirtschaftsgesetz, die der Vermeidung die höchste Priorität zuweist, gefolgt von der Wiederverwendung, dem Recycling, der sonstigen Verwertung und als letztes der Beseitigung. Die Leerung der bonnorange-Container erfolgt durch die beauftragte AWO und die Verwertung durch einen Anbieter entsprechend der erfolgten Ausschreibungen, bei der die fachlichen und rechtlichen Anforderungen der „Vollzugshilfe zur Vermeidung sowie zur Erfassung, Sortierung und Verwertung von Alttextilien“ der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) maßgeblich sind. Diese sehen insbesondere einen materialschonenden Umgang mit den Alttextilien als grundlegende Voraussetzung für eine hochwertige Wiederverwendung vor.

Tipps zum Umgang mit Alttextilien

Für noch tragbare Kleidung und Schuhe gilt, dass sie möglichst weiterverwendet werden sollten. Kleidertauschbörsen (zum Beispiel vom ZeSaBo – Zentrallager Sachspenden Bonn e.V. am 15. November 2025 zwischen 11 und 15 Uhr), Flohmärkte, Online-Plattformen für gebrauchte Kleidung oder der Tausch- und Verschenkmarkt der bonnorange AöR sollten genutzt werden, um den Textilien ein zweites Leben zu schenken. Kleidungsstücke und Schuhe können in Bonn auch an verschiedene Einrichtungen gespendet werden. Anlaufstellen können der Broschüre „Gesucht und gefunden“ von bonnorange entnommen werden. Sollten die Alttextilien nicht mehr in einem einwandfreien Zustand sein, sodass diese für Kleiderspenden nicht mehr infrage kommen, kann die Alttextilsammlung der bonnorange AöR genutzt werden, damit Alttextilien und Schuhe als wertvolle Ressource mit hohem ökologischen Potential verwertet werden. Wichtig ist, dass die Alttextilien in Säcken oder Tüten verpackt und Schuhe paarweise gebündelt in den Container eingeworfen werden. Stark zerschlissene, verdreckte oder anderweitig kontaminierte Textilien sollten hingegen über die Restabfalltonne entsorgt werden.