Sauberkeitsaktionen – Stadtsauberkeit geht alle an!

Wilder Müll und Littering – also das achtlose Wegwerfen von Abfällen wie Taschentücher, Zigarettenstummeln oder To-go-Verpackungen in der Natur und im öffentlichen Raum – entwickeln sich zunehmend zu einem großen Problem. Die liegengebliebenen Abfälle stören nicht nur, sondern gefährden sogar die Natur, denn die Abfälle zersetzen sich nur langsam (wenn überhaupt) und können durch Schadstoffe die Böden, das Grundwasser und die Tierwelt belasten. Vögel, Insekten oder Säugetiere können Plastikteile mit Nahrung verwechseln, wodurch sie Schaden nehmen oder sogar sterben können. Zudem führen scharfkantige Gegenstände wie Metall oder Glas leicht zu Verletzungen, auch bei Kindern. Durch Regen oder das langsame Zersetzen gelangen Schadstoffe, etwa Weichmacher aus Plastik, in den Boden und ins Grundwasser. Diese Umweltbelastung wirkt sich langfristig auf ganze Ökosysteme aus und beeinträchtigt letztlich auch den Menschen.

Auch die soziale Komponente ist nicht außer Acht zu lassen: Wir alle erfreuen uns im Sommer an sauberen Liegeflächen, um ein schönes Picknick zu veranstalten. Doch vermüllte Parks mindern das Wohlbefinden und senken die Lebensqualität. Und wenn Menschen sehen, dass öffentliche Flächen bereits vermüllt sind, sinkt die Hemmschwelle, selbst Abfall wegzuwerfen: Dieser sogenannte Broken-Window-Effekt beschreibt, dass sichtbare Verwahrlosung, wie etwa herumliegender Müll, weitere Verschmutzungen begünstigt. So entsteht ein Teufelskreis und aus wenig achtlos weggeworfenem Müll wird schnell eine großflächige Verschmutzung.

Kleine Tat, große Wirkung!

Für eine saubere Umwelt gibt es in Bonn viele Möglichkeiten, aktiv zu werden und zur Verbesserung des Stadtbildes beizutragen. Eine Sauberkeitsaktion ist eine großartige Möglichkeit, um Müll zu beseitigen und ein Vorbild für bürgerschaftliches Engagement zu sein. Hinzu kommt, dass Menschen durch die Teilnahme an Müllsammelaktionen für die Problematik von Umweltverschmutzung sensibilisiert werden. 

Doch nicht nur das: Sauberkeitsaktionen fördern den sozialen Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl. Menschen aus verschiedenen Altersgruppen, sozialen Schichten und kulturellen Hintergründen kommen zusammen, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Dies stärkt das Wir-Gefühl und fördert den Austausch und die Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinschaft. 
Menschen, die sich aktiv an Sauberkeitsaktionen beteiligen, dienen zudem als Vorbilder für andere. Sie zeigen, dass jeder Einzelne einen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann. Dieses positive Beispiel kann andere dazu inspirieren, ebenfalls aktiv zu werden und umweltfreundliche Verhaltensweisen in ihren Alltag zu integrieren. Dadurch entsteht eine nachhaltige Wirkung, die über die einmalige Aktion hinausgeht.

Die sichtbaren Ergebnisse von Sauberkeitsaktionen, wie saubere Straßen, Parks und Ufer, tragen zur Verschönerung des öffentlichen Raums bei. Dies erhöht nicht nur die Attraktivität der Umgebung, sondern auch die Lebensqualität aller Bonner Bürger*innen. 

How-To: Sauberkeitsaktion bei bonnorange anmelden

Zunächst sollte die Sauberkeitsaktion mindestens zehn Tage vor geplantem Termin bei bonnorange angemeldet werden. Dies ist wichtig für die notwendige Planung bei uns und die rechtzeitige Ausgabe von Materialien. Die Anmeldung geht entweder über das Formular auf der bonnorange-Webseite oder über den direkten Kontakt zu unserem Kundenservice. Die bonnorange AöR stellt für die Sauberkeitsaktion orangefarbene Aktionsmüllsäcke und Arbeitshandschuhe zur Verfügung. Diese Materialien können nach Absprache abgeholt werden.

Bei der Anmeldung ist auch der geplante Ort für die Sauberkeitsaktion anzugeben. Dabei ist darauf zu achten, dass der Ort leicht zugänglich ist und keine Naturschutzgebiete oder Biotope betroffen sind. Die bonnorange AöR kann bei der Auswahl des Sammelortes beraten. Wo auch immer die Sauberkeitsaktion stattfinden soll: Grundsätzlich muss immer Rücksicht auf Tiere und Pflanzen genommen und insbesondere der Artenschutz in der Zeit vom 1. März bis 30. September beachtet werden, die als Vegetations- und Vogelbrutzeit gilt. Dabei dürfen keine Pflanzen zertreten und nicht in Gebüschen und Hecken gestochtert werden. Unter Umständen müssen Sauberkeitsaktionen verlegt werden, um den Schutz wertvoller Biotope und Lebensräume wild lebender Tier- und Pflanzenarten zu gewährleisten. Wichtig: Interessierte erhalten für ihre Aktionen keine Müllsäcke, Handschuhe und die kostenlose Abfuhr des gesammelten Mülls, wenn die Aktionen in Naturschutzgebieten stattfinden sollen. Naturschutzgebiete, Naturdenkmäler und Biotope sind aus artenschutzrechtlichen Gründen von Müllsammelaktionen grundsätzlich ausgeschlossen.

Um die Wahl eines geeigneten Sammelortes zu erleichtern, haben wir eine Karte mit geeigneten Flächen für Müllsammelaktionen angefertigt. Die Bereiche werden farblich wie folgt eingeteilt: Gelb (Bereich Rheinufer – Müllsammelaktion erlaubt, im Gehölz nicht erlaubt), Orange (Landschaftsschutzgebiet – Müllsammelaktion außerhalb der Brutzeiten erlaubt, im Gehölz nicht erlaubt) und Rot (Naturschutzgebiet – keine Müllsammelaktion erlaubt).

Am Tag der Sauberkeitsaktion wird der Müll gesammelt und die orangefarbenen Müllsäcke werden fleißig befüllt. Nach der Aktion werden die orangefarbenen Müllsäcke an die vereinbarten Ablagestellen gebracht, wir holen den gesammelten Müll ab und entsorgen ihn ordnungsgemäß.

Wer selbst keine eigene Müllsammelaktion anmelden, sich aber bei der Stadtsauberkeit einbringen möchte, kann sich auch an unserem Aktionstag „Bonn Picobello“  beteiligen, den wir jedes Jahr im Herbst ausrichten. Wir veranstalten „Bonn Picobello“ bereits seit 2004, um Bewusstsein dafür zu schaffen, dass jede*r Einzelne eine wichtige Rolle für die Stadtsauberkeit einnehmen kann. Engagierte Bürger*innen, Schulklassen, Familien, Einzelpersonen, Freundeskreise, Unternehmen, Vereine oder Nachbarschaftsgruppen nutzen diese Gelegenheit, mit verschiedenen Aktionen dabei zu sein und ein Zeichen für mehr Stadtsauberkeit in Bonn zu setzen. Auch Unternehmen nutzen die Aktion, denn gemeinsam macht Aufräumen Spaß, ist sinnvoll und stärkt das Gemeinschaftsgefühl.

Wilder Müll? Die Kosten tragen alle…

Littering und wilde Müllablagerungen verursachen bei unserer Stadtreinigung einen erheblichen Mehraufwand, der über die Abfallgebühr von der Allgemeinheit getragen wird. In der Regel beseitigen unsere Handreinigerkolonnen solche Abfälle während ihrer regelmäßigen Touren durch die Reviere. Ist die Menge jedoch so groß, dass sie nicht direkt aufgenommen werden kann, rückt eine speziell dafür eingerichtete Tour mit einem Abfallsammelfahrzeug aus. Wild entsorgte Elektrogroßgeräte im Stadtgebiet werden ebenfalls separat abgeholt – gemeinsam mit den von Bürger*innen zur Abholung angemeldeten Geräten.

Dabei ist unser Serviceangebot umfangreich und kundenfreundlich, sodass es eigentlich keinen Grund für illegale Müllkippen oder die Vermüllung unserer Natur und unserer schönen Stadt gibt. Es gibt die kostenlose Sperrmüllsammlung zu festen und einem flexiblen Termin, ebenso wie die kostenlos bestellbare Papier- und Biotonne. Die bonnorange AöR sammelt zudem Grünschnitt an Friedhöfen, qualifizierten Grünannahmestellen und über mobile Grüncontainer ein, leert die öffentlichen Altpapiercontainer, holt auf Bestellung kostenfrei Elektrogroßgeräte ab und betreibt zwei Wertstoffhöfe, die eine Vielzahl Abfälle kostenfrei annehmen – unter anderem auch gefährliche Abfälle aus Privathaushalten. Gebührenpflichtig an den Wertstoffhöfen sind neben brennbaren Abfällen und Sperrmüll auch Bauschutt. Damit stellen wir sicher, dass Entsorgungs- und Verwertungskosten verursachergerecht gedeckt werden. Brennbare Abfälle gehören grundsätzlich in die Graue Tonne. Sollte diese einmal nicht ausreichen, bieten unsere Beistellsäcke eine einfache Lösung: Die 70-Liter-Säcke können am Abfuhrtag einfach neben die Graue Tonne an den Gehwegrand gestellt werden. Die umweltfreundlichen grauen Foliensäcke mit schwarzem bonnorange‑Aufdruck bestehen aus Recyclingmaterial, tragen den Blauen Engel und sind für 4,80 Euro pro Stück im Handel erhältlich.