10.12.2012

Der Winterdienst ist startklar

Abteilungsleiter Richard Münz erklärt das Befüllung des Streufahrzeuges

© Stadt Bonn, M. Sondermann

Noch sind viele Anlieger - städtisch oder privat - mit der Bewältigung des Laubfalls beschäftigt, da wirft die nächste Jahreszeit schon ihre Schatten voraus: Der Winter steht vor der Tür! Bewusst nach dem Motto- "der Winter ist nicht nur eine Jahreszeit, sondern auch eine Aufgabe!" bereiten sich alle städtischen Ämter, die am Winterdienst beteiligt sind, aber auch private Anlieger - was laufende Anfragen beim Amt für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft (70) zeigen - verantwortungsbewusst auf die kommende Saison vor.

Die Streufahrzeuge wurden für den Winterdienst vorbereitet sowie die Einsatzpläne überprüft. Das Amt für Stadtreinigung hat fünf Silos mit einem Volumen von 900 Tonnen sowie ein Erdlager mit einem Volumen von 1.000 Tonnen mit Streusalz befüllt; Anlagen für die Aufbereitung von Feuchtsalz sind gewartet.

Mit dem Winterdienst kommen die Kommunen ihrer gesetzlich vorgeschriebenen Reinigungs- und Verkehrssicherungspflicht nach. Das Straßenreinigungsgesetz verpflichtet die Kommunen jedoch nur auf verkehrswichtigen und zugleich gefährlichen Straßen zum Winterdienst. Die Winterwartung der Fußgänger- und gemeinsamen Geh- und Radwege ist in Bonn per Satzung auf die jeweiligen Anlieger übertragen.

"In vielen Fällen leisten wir über das gesetzlich vorgeschriebene Maß Winterdienst. Bei starken und anhaltenden Schneefällen bitten wir jedoch um Verständnis, dass wir uns auf den gesetzlich geforderten Winterdienst auf verkehrswichtigen Straßen konzentrieren müssen. Winterdienst auf nachrangigen Straßen können wir erst leisten, wenn es die Kapazitäten zulassen", so Richard Münz, zuständiger Abteilungsleiter für den Winterdienst im Amt für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft.

Alle Verkehrsteilnehmer sind zudem verpflichtet, bei Schnee und Eis entsprechende Vorsicht walten zu lassen. Geeignetes Schuhwerk beugt Stürzen vor. Die Ausrüstung von Fahrzeugen mit den der Witterung entsprechenden Reifen ist Pflicht. Erfahrungen der Extremwinter 2009/2010 und 2010/2011 zeigen, dass auch im bislang wetterbegünstigten Rheinland durchaus auch über einen längeren Zeitraum mit Schnee und Eis gerechnet werden muss.

Daten und Fakten zum Winterdienst

1. Streupläne für das gesamte Stadtgebiet (550 Straßenkilometer); Einteilung nach Dringlichkeit entsprechend der Verkehrsbelastung und der möglichen Gefahrenlagen (Hauptstraßen, Brücken, Strecken mit Gefälle, Straßen mit öffentlichem Nahverkehr, Krankenhauszufahrten).

2. Tägliche Einsatzfahrten (Sicherungsfahrten) mit Streufahrzeugen bei unter +6 Grad, falls dies die angekündigte Wetterlage notwendig macht; Sicherungsfahrten werden täglich ab 4.00 Uhr, sonn- und feiertags etwas später, gegen 6.00 Uhr durchgeführt; das Netz der Sicherungsfahrten umfasst rd. 180 Straßenkilometer.

3. Beginnend seit Anfang November werden Wettermeldungen analysiert;

4. Nach Möglichkeit werden die Straßen ab einer Schneehöhe von 3 cm mit Schneepflügen geräumt. Der Einsatz von Streufahrzeugen mit hochentwickelten Dosiergeräten erlaubt bei einem Feuchtsalzeinsatz Minimalwerte von 5 g/m²; die Dosierung der Streuautomaten erfolgt vom Fahrerhaus je nach unterschiedlichen Gegebenheiten und nach der Gefahrenlage. Radwege werden in der Regel nachrangig geräumt - hierfür werden Kleinfahrzeuge eingesetzt. Dies erfolgt nach Möglichkeit zeitgleich mit den Hauptverkehrsstraßen.

Seit Anfang Dezember hat die Stadt vorsorglich wieder einige Begrenzungspoller auf den Hauptverkehrsrouten des Radwegenetzes entfernt. Denn wenn die Poller erst festgefroren sind, können sie nicht mehr entfernt werden. Die Stadt bittet um Verständnis, dass bei den in Bonn erfahrungsgemäß sehr schwankenden Witterungsbedingungen, die Poller nicht ständig entfernt und wieder eingesetzt werden können. Zur Sicherstellung eines geregelten Winterdienstes auf den betroffenen Radwegen bleiben die Poller daher im Zweifel den gesamten Winter über entfernt.

5. Die Räum- und Streupflicht für die Bürgersteige ist auf die Anlieger übertragen. Wer persönlich nicht dazu in der Lage ist, findet in den "Gelben Seiten" Privatfirmen, die diese Aufgabe übernehmen. Die Bürgersteige sollten mit abstumpfendem Streumaterial abgestreut werden; Salz ist nur in Ausnahmefällen zur Gefahrenabwehr erlaubt.

6. Die Zusammenarbeit der städtischen Ämter beim Winterdienst ist durch eine Dienstanweisung geregelt; neben den Mitarbeitern des Amtes für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft werden auch Mitarbeiter aus dem Stadtbauamt, dem Servicebetrieb Stadtgrün sowie dem Kataster- und Vermessungsamt eingesetzt.